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So 26.05.2019,
18:00 - 20:30 Uhr:

Tanz- und Kontaktimprovisation mit Britta in Vilshofen

Mi 05.06.2019,
09:00 - 10:30 Uhr:

Morgenwelle mit Britta in Vilshofen

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Inspiration

Verse und Vögel
Schreibtisch am Fenster, und es schneit

Vögel sichern länger als sie
Futter aufnehmen

Und wieder verharre ich
reglos

Euren Tadel, dass ich Zeit vergeude
weise ich zurück

Stille häuft sich an um mich,
wie Erde fürs Gedicht

im Frühling werden wir
Verse haben und Vögel

(Rainer Kunze)

Autobiografie in 5 Kapiteln

1. Ich gehe die Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich falle hinein. Ich bin verloren. Ich bin ohne Hoffnung. Es ist nicht meine Schuld. Es dauert endlos, um wieder herauszukommen.

2. Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich tue so, als sähe ich es nicht. Ich falle wieder hinein. Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein. Aber es ist nicht meine Schuld. Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.

3. Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich sehe es. Ich falle immer noch hinein – aus Gewohnheit. Meine Augen sind offen. Ich weiß wo ich bin. Es ist meine eigene Schuld. Ich komme sofort wieder heraus.

4. Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich gehe drum herum.

5. Ich gehe eine andere Straße.

(Sogyal Rinpoche)

 

 

 


Die Einladung

Es interessiert mich nicht, womit Du Deinen Lebensunterhalt verdienst.

Ich möchte wissen, wonach Du innerlich schreist und ob Du  zu träumen wagst, der Sehnsucht Deines Herzens zu begegnen.

Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist.

Ich will wissen, ob Du es riskierst, wie ein Narr auszusehen, um Deiner Liebe willen, Deiner Träume willen und für das Abenteuer des Lebendigseins.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu Deinem Mond stehen.

Ich will wissen, ob Du den tiefsten Punkt Deines eigenen Leides berührt hast, ob Du geöffnet worden bist von all dem Verrat oder ob Du zusammengezogen und verschlossen bist vor Angst vor weiterer Qual.

Ich will wissen, ob Du mit dem Schmerz - meinem und Deinem - dasitzen kannst, ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu beseitigen.

Ich will wissen, ob Du mit Freude - meiner und Deiner - dasitzen kannst von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen, ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, zur Vernunft oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du erzählt hast, wahr ist.

Ich will wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, um Dir selber treu zu sein.

Ob Du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht Deine eigene Seele verrätst.

Ich will wissen, ob Du vertrauensvoll sein kannst und von daher vertrauenswürdig und ob Du Dein Leben aus Gottes Gegenwart speisen kannst.

Ich will wissen, ob Du mit dem Scheitern - Deinem und meinem - leben kannst und trotzdem am Rande des Sees stehen bleibst und zu dem Silber des Vollmonds rufst: "Ja!"

Es interessiert mich nicht, zu erfahren, wo Du lebst und wieviel Geld Du hast.

Ich will wissen, ob Du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und Verzweiflung, erschöpft und bis auf die Knochen zerschlagen und tust, was für die Kinder getan werden muss.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem Du gelernt hast.

Ich will wissen, was Dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt.

Ich will wissen, ob Du allein sein kannst und in den leeren Momenten wirklich gern mit Dir zusammen bist.

 

(Oriah Mountain Dreamer)

 

Freiheit
Freiheit wird nicht mit dem Streben nach Freiheit,

sondern mit dem Streben nach der Wahrheit erlangt.

Freiheit ist kein Ziel, sondern eine Folge.

(Leo Tolstoi)

 

 

Die Welt - unser Traum

Nachts im Traum die Städt´ und Leute,
Ungeheuer, Luftgebäude,
Alle, weißt du, alle steigen
Aus der Seele dunklem Raum,
Sind dein Bild und Werk, dein eigen,
Sind dein Traum.

Geh am Tag durch Stadt und Gassen,
Schau in Wolken, in Gesichter,
Und du wirst verwundert fassen:
Sie sind dein, du bist ihr Dichter!

Alles, was vor deinen Sinnen
Hundertfältig lebt und gaukelt,
Ist ja dein, ist in dir innen,
Traum, den Deine Seele schaukelt.

Durch dich selber ewig schreitend,
Bald beschränkend dich, bald weitend,
Bist du Redender und Hörer,
Bist du Schöpfer und Zerstörer.

Zauberkräfte, längst vergeßne
Spinnen heiligen Betrug,
und die Welt, die unermeßne,
Lebt von deinem Atemzug.

Hermann Hesse 

Man muss den Dingen...

Man muss den Dingen
die eigene, stille,
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann;
alles ist austragen – und
dann gebären…

Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen
des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit…

Man muss Geduld haben
gegen das Ungelöste im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antwort hinein.

Rainer Maria Rilke

 

 

 


ALS ICH MICH SELBST ZU LIEBEN BEGANN

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man „REIFE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem,
das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist „SELBSTLIEBE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es „BEWUSSTHEIT“.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute „HERZENSWEISHEIT“.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !

(Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959)

 

 

Vom Heilwerden

Beim Heilwerden geht es darum,
unsere Herzen zu öffnen,
nicht sie zu verschließen.

Es geht darum, die Stellen in uns,
die die Liebe nicht einlassen wollen,
weich zu machen.

Heilung ist ein Prozess.
Beim Heil werden schaukeln wir hin und her
zwischen den Misshandlungen der Vergangenheit
und der Fülle der Gegenwart
und bleiben immer öfter in der Gegenwart.

Es ist das Schaukeln, das Heilung bewirkt,
nicht das Stehenbleiben an einer der beiden Stellen.

Der Sinn des Heilwerdens ist nicht,
für immer glücklich zu werden;
das ist unmöglich.

Der Sinn der Heilung ist,
wach zu sein und sein Leben zu leben,
nicht bei lebendigem Leibe zu sterben.

Heilung hängt damit zusammen,
gleichzeitig ganz und zerbrochen zu sein.

(Verfasser unbekannt)

 

 

 

„Die Statuten des Menschen“
(Thiago de Mello – Brasilien)

Art. 1 Es wird erlassen, dass jetzt die Wahrheit zählt, dass jetzt das Leben zählt und dass wir alle Hand in Hand für das wahre Leben arbeiten.

Art. 2 Es wird erlassen, dass jeder Wochentag, auch der Dienstag, der aschfarbenste, das Recht hat, sich in einen Sonntagmorgen zu verwandeln.

Art. 3 Es wird erlassen, dass von nun an in allen Fenstern Sonnenblumen stehen und dass Sonnenblumen das Recht haben, im Schatten aufzublühen; und alle Fenster müssen den ganzen Tag dem Grünen geöffnet bleiben, wo die Hoffnung wächst.

Art. 4 Es wird erlassen, dass der Mensch niemals mehr am Menschen zu zweifeln braucht, dass der Mensch dem Menschen vertraut, wie die Palme dem Wind vertraut, wie der Wind der Luft vertraut, wie die Luft dem blauen Feld des Himmels vertraut. Einziger Paragraph: Der Mensch wird dem Menschen vertrauen, wie ein Kind einem anderen Kind vertraut.

Art. 5 Es wird erlassen, dass die Menschen frei vom Joch der Lüge sind. Niemals wird es mehr vonnöten sein, den Harnisch des Schweigens zu gebrauchen noch die Rüstung der Wörter. Der Mensch wird sich an den Tisch setzen mit reinem Blick, denn die Wahrheit wird vor dem Nachtisch serviert.

Art. 6 Für ein Jahrtausend wird das von dem Propheten Jesaja erträumte Leben festgesetzt: der Wolf und das Lamm werden gemeinsam weiden, und die Nahrung beider wird nach Morgenröte schmecken.

Art. 7 Unwiderruflich wird die ewige Herrschaft der Gerechtigkeit und des Lichtes erklärt; und die Freude wird eine edle Fahne sein, für immer gehisst im Herzen des Volkes.

Art. 8 Es wird erlassen, dass es der tiefste Schmerz schon immer war und immer sein wird, die Liebe nicht dem geben zu können, den man liebt, und zu wissen, dass es das Wasser ist, das der Pflanze das Wunder der Blume gibt.

Art. 9 Es wird erlaubt, dass das tägliche Brot das Brandmal des Schweißes im Menschen trägt; vor allem aber soll es immer den warmen Geschmack der Zärtlichkeit haben.

Art. 10 Jedem Menschen wird es erlaubt, sich in jeder Stunde seines Lebens weiß zu kleiden.

Art. 11 Es wird erlassen, als Definition, dass der Mensch ein Tier ist, das liebt, und dass er dadurch schön ist, viel schöner als der Morgenstern.

Art. 12 Es wird erlassen, dass nichts mehr erzwungen noch untersagt sein wird. Alles wird erlaubt sein, vor allem mit dem Rhinozeros zu spielen und am Nachmittag mit einer riesengroßen Begonie im Knopfloch spazieren zu gehen. Einziger Paragraph: Nur eines wird verboten bleiben — zu lieben ohne Liebe.

Art. 13 Es wird erlassen, dass das Geld nie mehr die Sonne des kommenden Morgens kaufen kann; verbannt aus der großen Truhe der Angst, wird es sich in ein brüderliches Schwert verwandeln, um das Recht zu singen, uns das Fest des geborenen Tages zu verteidigen.

 

 

 

Liebeserklärung an einen Tanz

Wirf deine Schuhe weg und tanze
Spüre die Erde unter den Füßen
Die Wurzeln der Klänge
Lass die Musik deinen Körper erobern
Und deine Seele

Wirf deine Schuhe weg und tanze
Schenk deiner Sehnsucht goldene Flügel
Schließ deine Augen und träume.
Träum von der endlosen Weite des Meeres
Und von dem Spiel der Wellen

Vom Aufgang der Sonne über der Bucht
Und von dem Schrei der Möwe
Und den vielen bunten Kähnen
Und dem Geruch der Fische
Vom Geschmack des Salzes träume

Und vom Prickeln der Haut
Vom leuchtenden Blau und Weiß der Häuser
Von Granatäpfeln und Olivenhainen
Von der kleinen Kapelle hoch auf dem Felsen

Von scheuen Blicken und lachenden Augen
Von zerfurchten Gesichtern, die Geschichten erzählen

Wirf deine Schuhe weg und tanze
Lass dich erfassen vom Gleichklang der Schritte
Fühle und höre ihr Trommeln
Tauch ein in den Rhythmus des Lebens

Ein Schritt für das Weinen und zwei für das Lachen
Ein Schritt für die Einsamkeit und zwei für die Liebe
Ein Schritt für die Angst und zwei fürs Vertrauen
Ein Schritt für die Flucht und zwei für die Hingabe
Ein Schritt für den Krieg und zwei für den Frieden
Ein Schritt für die Fesseln und zwei für die Freiheit
Ein Schritt für den Tod und zwei für das Leben

Wirf deine Schuhe weg und tanze
Lass die Musik deinen Körper erobern und deine Seele
Schließe die Augen und träume

Tanze und träume und tanze die Liebe

Tanze und träume und tanze das Leben

Tanze und tanze und tanze

(Omal)

Unsere Angst
 

Unsere Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sind.
Unsere tiefe Angst ist, dass wir unermesslich machtvoll sind.

Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit.
Wir fragen uns: Wer bin ich eigentlich, dass ich leuchtend,
hinreissend, begnadet und phantastisch sein darf?
Wer bist du denn, es nicht zu sein?

Du bist ein Kind Gottes.
Wenn du dich klein machst, dient das der Welt nicht.
Es hat nichts mit Würde zu tun, wenn du schrumpfst,
damit andere um dich herum sich nicht verunsichert fühlen.

Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes zu verwirklichen, die in uns ist.
Sie ist nicht nur in einigen von uns; sie ist in jedem Menschen.

Und wenn wir unser eigenes Licht erstrahlen lassen,
geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis dasselbe zu tun.
Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreit haben,
wird unsere Gegenwart ohne unser Zutun andere befreien.

(Marianne Williamson / Nelson Mandela)

 

 

Der richtige Wunsch
 

Einst fand ein Fischer in seinem Netz eine Flasche mit einem Bleiverschluss. Er öffnete die Flasche und vor ihm erschien ein mächtiger Geist, der alle seine Wünsche erfüllen konnte. Der befreite Geist sagte zu dem Fischer: "Du hast drei Wünsche, die ich dir erfüllen werde. Was ist dein erster Wunsch?"
Der Fischer dachte kurz nach, dann sagte er: "Ich möchte, dass du mir die Weisheit schenkst, um die richtige Wahl für die zwei anderen Wünsche zu treffen." "Es ist schon geschehen," sagte der Geist. "Und was sind deine anderen Wünsche?"
Der Fischer wurde kurz still. Dann sagte er: "Ich danke dir. Ich habe keine weiteren Wünsche mehr."

Verfasser unbekannt

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